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Kundgebung am Lilo-Gedenkstein

Samstag, 20. Juni,17:00

Am 20.Juni 1938 wurde Lilo Herrmann von den Nazis ermordet.

Als junge Mutter, drei Tage vor ihrem 29. Geburtstag. In der Berliner Haftanstalt Plötzensee wurde sie zusammen mit drei Antifaschisten enthauptet.

„Dass Hitler zum Krieg führt, das war die Überzeugung von Lilo Herrmann, und darin hatte sie doch recht! Diesen Krieg verhindern zu helfen, dafür setzte sie ihr Leben ein, und deshalb ist ihr Verhalten vorbildhaft, auch für heutige Studenten und Professoren’ – formulierte ein Mathematikprofessor der Uni Stuttgart 1989. An dieser Uni – damaligen Technische Hochschule – hatte Lilo von 1929 bis 1931 Chemie studiert.

Als Schülerin in ihrer Heimatstadt Berlin hatte sie sich dem Sozialistischen Schülerbund SSB angeschlossen. Danach trat sie dem Kommunistischen Jugendverband KJVD und 1931 der KPD bei. 1930 verteilte sie „kommunistische Schriften“ und weigerte sich, diese der Polizei zu übergeben, wofür sie zu einer Geldstrafe oder 6 Tage Freiheitsstrafe verurteilt wurde.1933 wurde sie in Berlin wegen „kommunistischer Betätigung“ von jedem weiteren Studium ausgeschlossen

Als Stenotypistin im Büro ihres Vaters in Stuttgart – vor dem Haus Hölderlinstraße 22 liegt heute ein „Stolperstein“ – tippte sie Anti-Nazi-Flugblätter und leitete Informationen über geheime Rüstungsprojekte ins Ausland weiter. Dafür und für die „Antikriegspropaganda“ der KPD wurde sie 1937 zum Tod verurteilt. Ihre Mitstreiter aus dem Umfeld der „Roten Studentengruppe“ verriet sie nicht.

Zwischen den Uni-Gebäuden K1 und K2 steht seit dem 50. Jahrestag der Hinrichtung 1988 ein Gedenkstein für Lilo. Die Initiative kam von Studierenden, dem Personalrat, den Gewerkschaften. Vom Stadtjugendring, der VVN-BdA und zwei Bildhauern. Von Ihnen  wurde der Stein in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aufgestellt. Auf städtischem Boden – was die Stadt Stuttgart akzeptierte. Die offizielle Uni brauchte noch ein Vierteljahrhundert, bis sie die Naziverfolgung an dieser Hochschule aufarbeiten ließ und auch diesen Gedenkstein einbezog, den Neonazis zweimal beschmiert hatten.

Wir meinen, auch heute, wo das Land wieder „kriegstüchtig“ gemacht und die Jugend wieder wehrpflichtig werden soll ist das damalige Engagement Lilos und ihrer Mitstreiter/innen ein  Beispiel für uns. „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg“ heißt für uns auch: Nie wieder kriegstüchtig, nie wieder wehrpflichtig

Am Samstag 20. Juni 2026, 17:00 Uhr ehren wir Lilo, ihre Mitkämpfer/innen und alle Naziverfolgten der TH Stuttgart mit einer Gedenk-Kundgebung an diesem Gedenkstein

(gegenüber dem Katharinen-Hospital)

Eine gemeinsame Veranstaltung von:

Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschist/inn/en (VVN-BdA) / Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart & Region (AABS) / Linkes Zentrum Lilo Herrmann

Details

Veranstaltungsort

  • Gedenkstein Lilo Herrmann (Uni Stuttgart)