Netflix, Spotify, Amazon … der Kapitalismus macht „Kultur“ zur jederzeit verfügbaren Ware. Die systemstabilisierende Funktion geht so weit, dass auch kritische Produktionen eingebunden werden. Im medialen Dauerbombardement droht die Geschichte von unten verloren zu gehen.
Die Initiative Roter Kulturabend im Linken Zentrum hat sich zum Ziel gesetzt, Gegenkultur von unten, linke Geschichte, proletarische Kunst usw. wieder stärker auf die Tagesordnung zu setzen. Wir wollen damit zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte anregen und eine Türöffnerin zum großen Schatz linker und proletarischer Gegenkultur sein.
Aktuelle Veranstaltungen:
Lesung und Gespräch mit dem Autor Michael Weber & Gabriele Rollnik (ehemals Bewegung 2. Juni)
Ella, einst Mitglied der Bewegung 2. Juni, blickt von 2022 aus auf ihre eigene Geschichte zurück. Während die BRD wieder kriegstüchtig wird, erinnert sie sich an eine andere „Zeitenwende“. An jene Zeit ab Mitte der sechziger Jahre, als international die alte Weltordnung aus Kolonialismus und Imperialismus ins Wanken geriet und auch in der BRD die herrschenden Verhältnisse von einem großen Teil der Jugend aufgebrochen wurde. Eine Zeit, in der sich ein Fenster der Geschichte zu öffnen schien, durch dessen Spalt man einen Blick in eine andere Zukunft richten konnte.
„Nichts haben, alles verändern“ erzählt die Geschichte eines kollektiven Aufbruchs, des Mutes, der Leichtigkeit, des Glücks, wie auch ihrer Niederlage, verliert jedoch nie die Hoffnung, dass alles endlich anders werden kann. Und muss.
Lesung und Gespräch mit dem Autor Heinz Jürgen Schneider
Hamburg, Frühjahr 1931 bis Ende 1933. Die Ereignisse in der Weimarer Republik überschlagen sich, am Ende steht die Machtübertragung an die deutschen Faschisten. „Rote Marine“ ist eine eindrückliche Erzählung, die ebendiese Zeit aus der Perspektive verschiedenster Antifaschist:innen erlebbar macht. Allesamt haben sie einen kommunistischen Hintergrund, allesamt kämpfen sie gegen den aufkommenden Faschismus. Mit Demonstrationen, Feiern und Freude, mit Organisation, Mut und List, mit der Faust, mit Klassenkampf und mit der Pistole.
„Rote Marine“ ist ein Roman der sich intensiv mit Fragen auseinandersetzt, die heute aktueller denn je erscheinen: Was wurde getan? Was hätte getan werden müssen? Wie wurde gekämpft? Warum sind wir gescheitert? Die Erzählung von Heinz Jürgen Schneider ist parteiisch auf Seiten derjenigen, die für eine bessere Gesellschaft kämpfen ohne sich dabei aber in heroischen Berichten oder moralischem Kritizismus zu verlieren. Nüchtern, ehrlich, mit Kompass und klarem Blick.
